Die Rolle der freien Träger und Vereine

+++ wir sagen: MothersToo / gegen Mütterarmut ! +++

Aus Kostengründen hat der Staat sehr viele Aufgaben an freie Träger der Wohlfahrtspflege  und deren Ableger delegiert. Andere Organisationen wie der WEISSE RING und viele andere sind aus entsprechedem Bedarf und Versorgungslücken entstanden. Die jeweiligen Organisationen ähneln sich darin, dass es eine sehr gut dotierte Führungsebene hauptamtlicher Mitarbeiter, meistens Männer, gibt. Weiterhin gibt es eine breite mittlere Ebene von schlecht bezahlten MitarbeiterInnen, oft Frauen. Das Ganze wird häufig mit vielen ehrenamlichen MitarbeiterInnen ergänzt. 

Zur Arbeit der freien Träger lässt sich häufig nur regional Stellung nehmen. Es gibt z.B. ganz super geführte AWOs. Es gibt weniger gut geführte Regionalstellen. Das hängt von vielen Faktoren und Bedingungen ab. 

Zu manchen Vereinen lässt sich allerdings etwas sagen. Zum Beispiel zum WEISSEN RING, dem wir aktuell zunächst zum Thema Feminizid in allen Varianten an seine Zentrale schrieben und um Stellungnahme aus Sicht des WEISSEN RINGS baten. Wir bekamen eine inhaltslose Antwort mit dem Angebot, den konkreten Fall (ökonomischer Feminizid) durch Mitarbeiter vor Ort betreuen zu lassen. 

Dieses Angebot haben wir getestet. Tatsächlich schickte der WEISSE RING gleich zwei Senioren (Frau und Mann) als Betreuer vorbei, die prüfen sollten, wie man Opferhilfe nach 2 Jahrzehnten leisten kann. Die Betroffene war in den vergangenen Jahren vor allen Dingen vom Umgang mit zeitgemäßer Kommunikationstechnik abgehängt worden, weil sie u.a. ihre Berufstätigkeit als Folge aufgeben musste. Seither hat sich viel geändert. Ihr schwebten daher zeitgemäße Nachschulungen vor, damit sie wieder auf ursprünglichem Niveau zumindest in diesem Bereich agieren könnte. Würde der WEISSE RING, da es keine anderen möglichen Kostenträger gibt, die Kosten im Rahmen der Opferhilfe übernehmen?

Nein! Undenkbar! Die MitarbeiterInnen sehen eine Hilfe im Zuhören und Verteilen von Visitenkarten für die Frauenberatungsstelle. Finanziellen Aufwand lehnen sie offenbar prinzipiell ab. Für die Mitarbeitern lag als Problemlage "Häusliche Gewalt" vor. DIe Lösung heißt hier wohl immer: Die Adresse der Frauenberatung mitteilen! Eventuell auch die Telefonnummer des Frauenhauses. Dass niemand so eine Hilfe braucht und jeder selbst Adressen und Telefonnummern googeln kann, wird ignoriert. Der WEISSE RING weckt Erwartungen, die er nicht zu halten bereit ist.  Zu vermuten ist, dass dafür die Kassen klingeln, so dass die teure Führungsetage und wohl nachrangig weniger gut bezahlte Mitarbeiter bezahlt werden können. Interessen der Opfer interessieren nach unserem Eindruck nicht einmal beiläufig. 

Für andere Träger gilt hoher Kostendruck. Da bleibt manchmal kein Geld für Sinnvolles. Noch schlimmer wird es - wir hören es immer öfter - dass man sich um Fälle mit allen zur Verfügung stehenden fragwürdigen Mitteln bemüht. Häufig werden ja Fallpauschalen bezahlt. Eine Mindestzahl brauchen solche Träger, um selbst existieren zu können. Not macht bekanntlich erfinderisch. Was Betroffene dann meinen, sagen, wollen wird als nicht relevant überhört. Zumindest schlüssig wirken diese Behauptungen Betroffener und Beobachter wohl durchaus. 

 

 

 

 

+++ Hinter nahezu jedem armen Kind steht eine - meistens - noch ärmere Mutter! +++ Kinderarmut ist Mütterarmut (Prof. Dr. Christoph Butterwegge) ++++