EU-Begegnungsstätte

+++ wir sagen: MothersToo / gegen Mütterarmut ! +++

2019 bereiste Sabine Buntrock Siebenbürgen, auch bekannt unter Transilvanien, in Rumänien.   Diese Region liegt zentral ungefähr in der Mitte von Rumänien. Sie wurde vor vielen hundert Jahren bereits von den Siebenbürger Sachsen, die Deutsche waren, besiedelt. Hier wurden und werden also auch deutsche Sprache, Traditionen und Gebräuche kultiviert. Mehrheitlich haben die heutigen Siebenbürger zwar das Land verlassen und leben in Deutschland. Dennoch ist eine sehr starke Minderheit in der Region verblieben, die hoch angesehen ist und auch den aktuellen Bundespräsidenten mit dem ehemaligen Bürgermeister Klaus Johannis von Hermannstadt, heute Weltkulturstadt, stellt. 2

In Hermannstadt, das sie für einige Wochen besucht hat, gibt es in harmonischer Nachbarschaft, modernstes Mitteleuropa vom Feinsten und historisches Mittelalter bereits nach wenigen Kilometern. Fast fußläufig. In der Nähe außerdem das Karpatengebirge mit seinen vielen Braunbären. Interessierte, die es wollen und Geduld mitbringen, werden hier Braunbären sehen. Hermannstadt hat aber auch einen Bahnhof, einen Flughafen, ganz viele Billigtaxis und ein Busnetz, das für heimische Senioren kostenlos, für alle anderen sehr preiswert ist. 

In der Stadt gibt es deutsche Unternehmen wie EON, Siemens und viele andere. Hier kann jeder vergleichbar gutes Geld verdienen, der ein gutes Deutsch spricht. Auch im Nebenjob im Alter. (Pfandpflaschensammler gibt es nicht.) Deswegen legen sogar viele Nicht-Siebenbürger inzwischen Wert darauf, dass Kinder deutsche Kindergärten und Schulen in Hermannstadt besuchen. Auf dem Land ist der große Nutzgarten mit hunderten von Nutzpflanzenarten (Gemüse, Beeren, Kräuter, Obst) Standard. Oft hält man Hühner und ein Schwein. Arbeitsesel und Pferdefuhrwerke gehören ebenfalls zum ständigen Bild.

Warum ausgerechet hier eine EU-Mütterbegegnungsstätte? Ganz einfach deswegen, weil Müttereinkommensarmut in Rumänien am größten ist, gleichzeitig aber gerade die rumänische Mutter 60+ von allen in Europa am besten mit ihr zu Recht kommt. Den Umgang hat sie während des Kommunismus gelernt und kultiviert, um überhaupt gesund und anständig überleben zu können. Dabei war und ist sie weder ausgegrenzt noch isoliert. Es ging nämlich fast allen so, dass ihnen fast nichts gelassen wurde. Also kultivierte man die Parallelgesellschaft, bei der es in erster Linie um gutes Essen und Trinken ging. Hinter geschlossener Hoftür! Der Staat konnte machen, was er wollte, die Mütter und Frauen aller Generationen sorgten dafür, dass die familiäre Autonomie trotzdem blieb. 

Der Garten wurde verständig bestellt und gepflegt, die Ernte mit einfachsten Mitteln haltbar gemacht, es wurde eingelegt, Sauerkraut und Schnaps gemacht. Vom Feinsten. Ohne Gift und Chemie. Und so ist es oftmals bis heute geblieben. 

Durch eine Lehrerin am Gymnasium in Hermannstadt hat Sabine Buntrock Maria (70)und Moni (50) kennengelernt. Sie verfügen über je eine Rente von etwas über 200 EUR. Moni wegen der Folgen einer Krebserkrankung als Erwerbsminderungsrente. Sie arbeitet noch etwas dazu. Monis Mann arbeitet bei einem Autozulieferer. Beide Frauen sorgen mit dem großen Garten und ihren Hausfrauenkünsten, daraus etwas machen zu können, dafür, dass die Familie als regelrecht gutsituiert betrachtet werden kann. Auch ein Auto ist vorhanden. Man unterhält zusätzlich sogar noch ein Hundeasyl für 6 Hunde. Bislang aus eigenen Mitteln finanziert! Nachts dürfen alle Hunde im Haus schlafen! Tagsüber ist nur ein alter kranker Hund im Haus.

In Deutschland wäre man eine H4-Bedarfsgemeinschaft und vermutlich als asozial sehr ausgegrenzt. In Rumänien ist man genau das Gegenteil. Angesehen! 

Wie kommen solche europäischen Unterschiede zustande? Was können deutsche Mütter von Müttern in Rumänien lernen, um zum einen besser finanziell auskommen können und zum anderen besser angesehen zu sein? 

Welche politischen Forderungen folgern aus Erkenntnissen, die wir in Rumänien durch Begegnung mit Müttern nicht nur aus Rumünien, sondern Interessierten aus allen EU-Ländern gewinnen?

Welche ökonomischen Rosinen wollen auch wir in Zukunft unter der Flagge von Europa und erweiterter, europäischer Gedankenwelt als Mütter - gerade im Alter - picken lernen?

Diesen Zielen soll uns ein eigenes Haus mit riesigem Nutzgarten in einem Dorf unweit von Hermannstadt näher bringen. Vorläufig verfügen wir über Gästebetten bei Maria und Moni im Haus. Mit vollem Familienanschluss und dem Angebot, mitzuhelfen im großen Garten. Ab 12 EUR pro Tag bei Vollverpflegung (Bio) kann man hier mal leben testen.

In Hermannstadt verfügen wir über ein umfangreiches Netzwerk. Zum Beispiel die Unterstützung des Auswanderes Norbert Heßke aus Kiel. Er ist über Facebook fast Tag und Nacht erreichbar. Sabine Buntrock hat ihn, seinen Stammtisch und seine Engagements mehrfach bei meinem Aufenthalt getroffen/besucht. Ein sehr patenter und gescheiter Koch, der in Hermannstadt eine Neubauwohnung zusammen mit seiner Ehefrau gekauft hat. Viele andere Menschen hat sie über die FB-Gruppen ebenfalls kennengelernt. Zitat: "Noch nie habe ich eigentlich so viele deutschsprachige Menschen in so kurzer Zeit kennengelernt wie in Rumänien. Deswegen war ich nach kurzer Zeit motiviert, hier andere benachteiligte Frauen aus Deutschland und der Rest-EU profitieren zu lassen." 

Wir hoffen natürlich auch auf tatkräftige Unterstützung der EU.

Wir schaffen gleichzeitig für interessierte Auswanderinnen tolle Test- und Kennenlernangebote. 

Nach und nach arbeiten wir dieses Projekt ab. Wer mitmachen möchte, gerne. Wir sind für jede Hilfe dankbar. 

+++ Hinter nahezu jedem armen Kind steht eine - meistens - noch ärmere Mutter! +++ Kinderarmut ist Mütterarmut (Prof. Dr. Christoph Butterwegge) ++++