Spitzenväter

+++ wir sagen: MothersToo / gegen Mütterarmut ! +++

Im Gegensatz zu Spitzenmüttern gibt es bereits Spitzenväter. Davon sind das Familien-  ministerium, Prof. Dr. Ulrike Detmers, Google und viele andere fest überzeugt. Deshalb wird jedes Jahr an mehrere Väter der gut dotierte Preis "Spitzenvater" vergeben. Zum Beispiel zuletzt passend am Weltfrauentag 2019 in Berlin, z.B. dafür, dass man sich als Vater auch mal Elternzeit nahm. Eine tolle Leistung, für dieser Preis nur würdig und angemessen erscheint! (Ironie off.) Oder sind Sie etwa anderer Meinung?

Bekommen auch Frauen, die sich Elternzeit nehmen, den Preis und das großzügige Geld dazu, wenn sie in Elternzeit gehen? Nein! Noch nie hat eine Frau einen solchen Preis überhaupt erhalten. Google kennt bis heute (15.10.2019) gar keine Spitzenmutter. Google kennt allenfalls gut gekleidete Frauen, z.B. in Spitzenkleidern. 

Googeln Sie bitte selbst, bevor Sie lesen "Spitzenvater, Spitzenmutter, Spitzenväter, Spitzenmütter" und staunen Sie, was Familienministerium und Professorinnen sowie Frauenrechtsvereine für Gleichberechtigung halten. Nämlich Männer für Spitze zu erklären, dafür dass sie Urlaub nehmen. Das Familienministerium übernimmt hierfür traditionell die Schirmherrschaft. Vielleicht deswegen, weil es einfach geläufig ist, dass Männer - im Gegensatz zu Frauen - Spitze sind. Vielleicht sind sie schon traditionell - im Gegensatz zu Frauen - SPITZE - oder?

Folgendes Schreiben haben wir dem Familienministerium am 13.04.2019 gesandt. Es blieb bis heute unbeantwortet. Wenigstens haben einige Medien hier Solidarität gegeben und die Absurdität des Preises gut herausgearbeitet.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Dr. Franziska Giffey

11018 Berlin – per Email über das Kontaktformular

#MothersToo

Verleihung des Spitzenväterpreises der Fa. Mestemacher (Prof. Dr. Ulrike Detmers) zuletzt am Weltfrauentag 2019 in Berlin unter der Schirmherrschaft der Familienministerin

Sehr geehrte Frau Dr. Giffey,

wir sind ein junger gemeinnütziger, bundesweit agierender Verein, der sich gegen Mütterarmut und die ökonomische Benachteiligung von Müttern (18 bis 108 Jahre) engagiert. Alleinerziehende Väter sind bei uns stets mitgemeint. Verbesserte stigmatisierungsfreie Teilhabe benachteiligter Mütter nach dem von uns entwickeltem Schleswiger Modell ist uns ein besonderes Anliegen.

Die Verleihung des o.g. Preises unter ihrer Schirmherrschaft hat uns sehr schockiert. Wir möchten Sie deshalb heute mit der medialen und damit meinungsbildenden Auswirkung des offenbar jahrelang verliehenen Preises konfrontieren:

Bitte googlen Sie einfach selbst Bilder zu

 

  • Spitzenväter

  • Spitzenmütter

  • Spitzenvater

  • Spitzenmutter

     

Google kennt als Spitzenelternteile zwar reichlich Spitzenväter, jedoch nicht eine einzige Spitzenmutter! Unter Spitzenmutter versteht Google einzig und alleine eine junge modebewusste Frau, die Kleider, oftmals Spitzenkleider trägt. Wer den Begriff „Spitzenmutter“ in der Suchmaschine Google eingibt, erhält vollautomatisch die Korrektur „Spitzenmuster“!

Gut gemeint ist eben noch lange nicht gut gemacht!

Fataler kann der Versuch eines Beitrags zur Geschlechtergerechtigkeit sicherlich nicht scheitern. Wie in den meisten anderen gesellschaftlichen und beruflichen Bereichen bereits etabliert, wurde es Männern auch für Elternschaft unter der federführenden Unterstützung diverser Damen sowie der Politik ermöglicht, Frauen sogar in dieser einzigen Rolle, in der sie bislang noch führten, als einzige Spitzenvertreter zu übertrumpfen bzw. zu überholen und gigantische Unterschiede (Gaps) zu ihren Gunsten zu erhalten. Eben zusätzliche Spitzenzuschläge – im wahrsten Sinne des Wortes. Nur Männer können offenbar Spitzenleistungen erbringen. Das vermittelt dieser Preis – wenn auch unabsichtlich – leider wirklich über das heute führende Massenmedium Internet. 

Besonders tragisch: Es gab offenbar keine Kontrolle des Ergebnisses. Weder das Familienministerium, noch Terre des Femmes e.V., noch die vielen Gleichstellungsbeauftragten, die regelmäßig ebenfalls eingeladen waren, haben die aus dem Ruder laufenden Auswirkungen bemerkt. Auch Frau Prof. Dr. Ulrike Detmers selbst ist ausgerechnet als Wirtschaftsprofessorin nicht auf die Idee gekommen, zu kontrollieren, welche Effekte durch ihre Maßnahmen ent- stehen. Wären Ergebnisse und Wirkungen kontrolliert worden, hätte man schon 2006 gegensteuern können. 

Wir sind diejenigen, die federführend für berechtigte Kritik im Netzt gesorgt haben. Auch Ergebnisse der Kritik möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

Z.B. die Reaktionen der Erfinderin des Preises, Frau Prof. Dr. Ulrike Detmers von der Großbäckerei Mestemacher:

  • Uns als Verein verweigert Sie leider bis heute Antworten auf einen offenen Brief mit etlichen Fragen.

  • Im Internet findet man allerdings folgendes Interview mit ihr:

    https://jungle.world/artikel/2019/12/der-ist-avantgardist

     

    Frau Detmers erklärt hier die mehr als zweifelhafte Preisverleihung unter Schirmherrschaft der Familienminsterin zur Angelegenheit ihrer Privatperson, zur privatwirtschaftlichen finanziellen Angelegenheit und zur Neiddebatte, in der es nur um Geld ginge.

     

Wir erklären den vergebenen Preis heute zur einer Angelegenheit der Geschlechtergerechtigkeit zwischen Müttern und Vätern, in der Interessen von Müttern eklatant verletzt und sie trotz ihrer erheblichen Careleistungen nun sogar gegenüber Vätern ohne ansatzmäßig vergleiche Leistungen indiskutabel zurückgesetzt wurden - analog zu sämtlichen sonstigen Gendergaps in Deutschland - muss man leider feststellen. 

Wir regen an, dass das Familienministerium vor diesem Hintergrund einer rein privaten als auch privatwirtschaftlichen Angelegenheit mit fatalsten Auswirkungen auf die Geschlechtergerechtigkeit ab sofort seine traditionsgemäße Schirmherrschaft für den „Spitzenväterpreis“ einstellt.

Wir bitten desweiteren um ein Gespräch mit der Familienministerin zu unserem Verein und dessen Förderungsmöglichkeiten. Wie wichtig wir last not least als Kontrollorgan sind, haben wir wohl bereits mit diesem Schreiben unter Beweis gestellt.

Zu unseren Unterstützern gehören inzwischen Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Hurrelmann, Prof. Dr. Christoph Butterwegge sowie Deutschlands führende Patriarchtskritikerin Dr. Kirsten Armbruster (u.a. Autorin des Buches „Mütteramut“).

Wir beabsichtigen, den Hashtag #MothersToo um die Welt gehen zu lassen und bitten auch hierfür um Unterstützung des Familienministeriums.

Schließlich möchten wir Ihnen das Schleswiger Modell als verbessertes Teilhabemodell für ökonomisch benachteiligte Mütter vorstellen. 

Für Rückfragen stehen wir jederzeit gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Buntrock

(Vorsitzende)

 

Mütterarmut-ist-peinlich e.V.

Wikingeck 5 (23-7)

24837 Schleswig

www.muetterarmut-ist-peinlich.de

04621/2906081 (AB)

 

+++ Hinter nahezu jedem armen Kind steht eine - meistens - noch ärmere Mutter! +++ Kinderarmut ist Mütterarmut (Prof. Dr. Christoph Butterwegge) ++++