Weihnachtsbrief an meine liebe SPD

+++ wir sagen: MothersToo / gegen Mütterarmut ! +++

Weihnachtsbrief an meine liebe SPD 

Meine liebe SPD,

Du versuchst mich auf eine Art und Weise für dumm zu verkaufen, dass es meine Intelligenz beleidigt. Folgendes Schreiben habe ich von dir vor wenigen Tagen, weihnachtlich albern dekoriert, erhalten:

Auszug aus dem Bericht deiner Alters-AG SH zur Landesvorstandssitzung vom 10.12.2019:

„... Es wurde noch kurz über die Beitrags- und Mitgliedersituation diskutiert. Götz (Anm.: männlicher Landesgeschäftsführer) verwies auf die hohe Zahl von Sterbefällen, die nicht kompensiert werden konnte. Nach vielen Jahren hat die SPD beschlossen, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Der Mindestbeitrag wird ab Juli 2020 auf 6 EUR erhöht. Beiträge unter 20 EUR / mtl. werden um 5 % erhöht, Beiträge, die darüber liegen um 2,5 % erhöht – sofern dem nicht widersprochen wird. … Außerdem regte Götz an, gute Kontakte zu Firmen zu pflegen, um zu einem höherem Spendenaufkmmen zu kommen. Die Grünen und die CDU liegen hier weit vor der SPD. Das gilt auch für das Sponsering bei Parteitagen.“

Als täuschendes Framing verwendest Du, meine liebe SPD, also die geringen Prozentzahlen für die Erhöhung der Besserverdiener, die das Bild erzeugen, „moderate Preisanpassung“.

Meine liebe SPD, ich bin Betriebswirtin und als alleinerziehende Mutter in deine Armutsfallen - wie zigtausende anderer Mütter aller Altersklassen auch - getappt. Blöd für dich dabei ist, dass ich trotz Armut rechnen und kalkulieren kann. Das mache ich Dir, meine liebe SPD, jetzt mal vor:

  • Der aktuelle Beitrag beträgt 5 EUR / Monat oder 60 EUR / Jahr.
  • Der neue Beitrag beträgt 6 EUR / Monat oder 72 EUR / Jahr.
  • Die Differenz beträgt 1 EUR / Monat oder 12 EUR /Jahr.

Das ist ein Aufschlag von 20 Prozent!

Junge, Junge, meine liebe SPD. Was hast Du da verbockt?!

Diesen 20 prozentigen Aufschlag unterschlägst Du mir auch noch kackfrech und gehst wohl davon aus, dass ich sowas nicht bemerke. Erst recht dann wohl nicht, wenn Du mit Weihnachtsmotiven dekorierst und ein wenig mit niedrigen Prozentsätzen, wenn auch unbeholfen, zu jonglieren versuchst?!

Hier meine Nachhilfestunde für Dich: Du, meine liebe SPD, hast dich sozialdemokratisch zu benehmen. Das heisst für dich, starke Schultern stärker belasten als schwache Schultern. Also am besten gar keine Beitragserhöhung für Kleinsteinkommen und progressiv höhere Erhöhungen für die Besserverdiener. Du kannst das Prinzip der Einkommensteuer übernehmen, meine liebe SPD.

Übrigens, hast Du schon mal was von Kostensenkungen gehört, meine liebe SPD? Sterbefälle werden heute nicht mehr mit Nachwuchsbeiträgen alleine kompensiert, sondern auch mit Kostensenkungen neutralisiert. Man kann Wasserköpfe einsparen, weniger Unsinn drucken und versenden, Abläufe optimieren usw. Damit kannst Du mehr als 50 Prozent deiner Kosten senken und dich auch noch über Wasser halten, wenn Du auf 5 Prozent fällst.

Firmen, besser formuliert Unternehmen, sollten übrigens nicht von deinen Mitgliedern zum Spenden bedrängt werden. Gerade Unternehmen möchten nämlich von der Sinnhaftigkeit überzeugt werden. Dafür musst Du liefern, meine liebe SPD. Du weißt gerade nicht, was Du liefern musst? - Versuch´s mal mit Sozialdemokratie, die das Wort verdient. Versuch es mal mit Glaubwürdigkeit, ohne Tricks und mit begrenzter Anzahl von Wasserköpfen. Versuch doch einfach mal saubere, soziale Politik zu machen. Dann hast Du Chancen, auch mal mit Spenden belohnt zu werden. Auch manches Unternehmen, das an einer gesunden Gesellschaft interessiert ist, wird sich dann mit einer zusätzlichen Spende revanchieren.

So nicht, meine liebe SPD.

Trotzdem frohe Weihnachten, meine liebe SPD.

P.S.: Meine liebe SPD, bitte stelle dich auch dem Problem der Mütterarmut in diesem Land. Kinderarmut ist doch in aller Regel Mütterarmut. Du benutzt das falsche Wort und lass bitte das Anzapfen von Wohlfahrtsverbänden sein. Das ruiniert dich sonst noch ganz.

 

 

 


+++ Hinter nahezu jedem armen Kind steht eine - meistens - noch ärmere Mutter! +++ Kinderarmut ist Mütterarmut (Prof. Dr. Christoph Butterwegge) ++++